Kennzeichen auch f├╝r Drohnen?
Von: Khoi Doan
18.03.2018

Kennzeichen auch f├╝r Drohnen?

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Seit dem 07. April 2017 gibt es eine neue Kategorie der kennzeichenpflichtigen Objekte: Drohnen, oder auch Quadrocopter genannt. Ab dem Inkrafttreten der am 06. April 2017 vorgestellten Drohnenverordnung haben Besitzer von Drohnen noch sechs Monate Zeit ihre sogenannten ÔÇ×unbemannten FlugobjekteÔÇť (englisch ÔÇ×Unmanned Aircraft VehicleÔÇť / UAV) mit einem Kennzeichen nachzur├╝sten.

F├╝r diese Drohnen beziehungsweise Quadro-/Multicopter - Kennzeichen gibt es spezifische Anforderungen:

Das Drohnen-Nummernschild muss

  • dauerhaft
  • sichtbar
  • feuerfest

sein und Angaben ├╝ber den Eigent├╝mer / Piloten der Drohne tragen, n├Ąmlich sowohl Name und als auch Anschrift.

Welche Drohnen sind betroffen?

Die neue Drohnenverordnung gilt generell f├╝r alle Drohnen ab 250g in Deutschland, jedoch gibt es hier Unterschiede.

Die Kennzeichenpflicht f├╝r Drohnen gilt f├╝r alle Drohnen ab 250g, egal wie hoch sie fliegen k├Ânnen. Auch ist es irrelevant, ob die Drohne in der ÔÇ×freien NaturÔÇť oder auf einem Modellflugplatz gesteuert wird: Die Plakette mit den Eigent├╝mer-Angaben muss drauf sein.

Dies stellt einige Besitzer bereits vor eine Herausforderung:

Wie kann das Drohnen - Nummernschild angebracht werden?

Es muss dauerhaft und feuerfest angebracht sein, was die Verwendung von Klebstoffen aussenvor l├Ąsst; eine Befestigung durch Schrauben erfordert Bohrungen, welche eventuell die Garantiebestimmungen der Drohne verletzen.

Ein weiterer Problemfaktor ist die Dynamik: Was, wenn das angebrachte Kennzeichen durch sein Gewicht, seinen Luftwiderstand oder den Eingriff in die Aerodynamik der Drohne zu Problemen f├╝hrt?

Zu guter letzt muss auch beachtet werden: Nummernschilder und Kennzeichen aus Metall k├Ânnten die Funkverbindung der Drohne beeintr├Ąchtigen oder andere Sensoren behindern, und somit schwere Folgen haben. Gerade bei sehr kleinen Drohnen die dennoch die 250g - Grenze ├╝berschreiten k├Ânnte die Anbringung eines Nummernschildes sich als problematisch erweisen.

Das Bundesministerium f├╝r Verkehr und digitale Infrastruktur empfiehlt als Kennzeichen f├╝r Drohnen die Verwendung von Aluminiumstickern mit Gravur des Eigent├╝mers sowie seiner Anschrift. Daher hat das Ministerium im Zuge der Drohnenverordnung eine Liste mit den wesentlichen Regelungen ver├Âffentlicht.

Wesentliche Regelungen:

1. Kennzeichnungspflicht: Alle Flugmodelle und unbemannten Luftfahrtsysteme ab einer Startmasse von mehr als 0,25 kg m├╝ssen k├╝nftig gekennzeichnet sein, um im Schadensfall schnell den Halter feststellen zu k├Ânnen. Die Kennzeichnung erfolgt mittels Plakette mit Namen und Adresse des Eigent├╝mers.

2. Kenntnisnachweis: F├╝r den Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen ab 2 kg ist k├╝nftig ein Kenntnisnachweis erforderlich. Der Nachweis erfolgt durch a) g├╝ltige Pilotenlizenz, b) Bescheinigung nach Pr├╝fung durch eine vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannte Stelle (auch online m├Âglich), Mindestalter: 16 Jahre c) Bescheinigung nach Einweisung durch einen Luftsportverein (gilt nur f├╝r Flugmodelle), Mindestalter 14 Jahre. Die Bescheinigungen gelten f├╝r 5 Jahre. F├╝r den Betrieb auf Modellfluggel├Ąnden ist kein Kenntnisnachweis erforderlich.

3. Erlaubnisfreiheit: F├╝r den Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen unterhalb einer Gesamtmasse von 5 kg ist grunds├Ątzlich keine Erlaubnis erforderlich. Der Betrieb durch Beh├Ârden oder Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, z.B. Feuerwehren, THW, DRK etc., ist generell erlaubnisfrei.

4. Erlaubnispflicht: F├╝r den Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen ├╝ber 5 kg und f├╝r den Betrieb bei Nacht ist eine Erlaubnis erforderlich. Diese wird von den Landesluftfahrtbeh├Ârden erteilt.

5. Chancen f├╝r die Zukunftstechnologie: Gewerbliche Nutzer brauchten f├╝r den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen bisher eine Erlaubnis ÔÇô unabh├Ąngig vom Gewicht. K├╝nftig ist f├╝r den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen unterhalb von 5 kg grunds├Ątzlich keine Erlaubnis mehr erforderlich. Zudem wird das bestehende generelle Betriebsverbot au├čerhalb der Sichtweite aufgehoben. Landesluftfahrtbeh├Ârden k├Ânnen dies k├╝nftig f├╝r Ger├Ąte ab 5 kg erlauben.

6. Betriebsverbot: Ein Betriebsverbot gilt k├╝nftig f├╝r Flugmodelle und unbemannte Luftfahrtsysteme

ÔÇó au├čerhalb der Sichtweite f├╝r Ger├Ąte unter 5 kg;

ÔÇó in und ├╝ber sensiblen Bereichen, z.B. Einsatzorten von Polizei und Rettungskr├Ąften, Krankenh├Ąusern, Menschenansammlungen, Anlagen und Einrichtungen wie JVAs oder Industrieanlagen, oberste und obere Bundes- oder Landesbeh├Ârden, Naturschutzgebieten;

ÔÇó ├╝ber bestimmten Verkehrswegen;

ÔÇó in Kontrollzonen von Flugpl├Ątzen (auch An- und Abflugbereiche von Flugh├Ąfen),

ÔÇó in Flugh├Âhen ├╝ber 100 Metern ├╝ber Grund, es sei denn, der Betrieb findet auf einem Gel├Ąnde statt, f├╝r das eine allgemeine Erlaubnis zum Aufstieg von Flugmodellen erteilt und f├╝r die eine Aufsichtsperson bestellt worden ist, oder, soweit es sich nicht um einen Multicopter handelt, der Steuerer ist Inhaber einer g├╝ltigen Erlaubnis als Luftfahrzeugf├╝hrer oder verf├╝gt ├╝ber einen Kenntnisnachweis.

ÔÇó ├╝ber Wohngrundst├╝cken, wenn die Startmasse des Ger├Ąts mehr als 0,25 kg betr├Ągt oder das Ger├Ąt oder seine Ausr├╝stung in der Lage sind, optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu ├╝bertragen oder aufzuzeichnen. Ausnahme: Der durch den Betrieb ├╝ber dem jeweiligen Wohngrundst├╝ck in seinen Rechten Betroffene stimmt dem ├ťberflug ausdr├╝cklich zu,

ÔÇó ├╝ber 25 kg (gilt nur f├╝r "Unbemannte Luftfahrtsysteme").

7. Die zust├Ąndige Beh├Ârde kann Ausnahmen von den Verboten zulassen, wenn der Betrieb keine Gefahr f├╝r die Sicherheit des Luftverkehrs oder die ├Âffentliche Sicherheit oder Ordnung, insbesondere eine Verletzung der Vorschriften ├╝ber den Datenschutz und ├╝ber den Naturschutz darstellt und der Schutz vor Flugl├Ąrm angemessen ber├╝cksichtigt ist. Insbesondere bei einem geplanten Betrieb au├čerhalb der Sichtweite l├Ąsst sich die Genehmigungsbeh├Ârde eine objektive Sicherheitsbewertung vorlegen.

8. Ausweichpflicht: Unbemannte Luftfahrtsysteme und Flugmodelle sind verpflichtet, bemannten Luftfahrzeugen und unbemannten Freiballonen auszuweichen.

9. Einsatz von Videobrillen: Fl├╝ge mithilfe einer Videobrille sind erlaubt, wenn sie bis zu einer H├Âhe von 30 Metern stattfinden und das Ger├Ąt nicht schwerer als 0,25 kg ist oder eine andere Person es st├Ąndig in Sichtweite beobachtet und in der Lage ist, den Steuerer auf Gefahren aufmerksam zu machen. Dies gilt als Betrieb innerhalb der Sichtweite des Steuerers.

Nach wie vor gilt: Drohnen im deutschen Flugraum m├╝ssen eine Drohnenhaftpflichtversicherung haben!

Weitere Informationen findest du beim BMVI unter:

http://bmvi.de

Flyer: Die neue Drohnen-Verordnung

BMVi-Seite "Drohnen"