Verschiedene Kennzeichen: Was du schon immer wissen wolltest
Von: Khoi Doan
22.04.2018

Verschiedene Kennzeichen: Was du schon immer wissen wolltest

Übersicht





In Deutschland gibt es viele verschiedene Nummernschilder. Von Saisonkennzeichen ĂŒber rote und grĂŒne Kennzeichen, bis hin zu Nummernschildern fĂŒr Oldtimer-Fahrzeuge und Elektroautos. Auch sind Kombinationen verschiedener Kennzeichentypen durchaus möglich. Oftmals ist es sinnvoll, sich vor dem Besuch bei der Zulassungsstelle ĂŒber seine Optionen zu informieren, um schon zu Wissen welche Attribute ihr amtliches Kennzeichen haben sollte. In diesem Beitrag werden wir die gĂ€ngigsten dieser Kennzeichen auflisten und kurz erlĂ€utern.

Standard Eurokennzeichen

Das ĂŒbliche Nummernschild fĂŒr deutsche Fahrzeuge wurde von jedem von uns bereits hĂ€ufig gesehen, die meisten Menschen in Deutschland mit PKW haben eben dieses Nummernschild an ihr Fahrzeug montiert. Diese Kennzeichen gibt es in vielen verschiedenen GrĂ¶ĂŸen, abhĂ€ngig von der Zeichenanzahl im Nummernschild sowie der Bauform des Fahrzeuges, in welcher das Kennzeichen montiert werden soll.


Die Maße fĂŒr einzeilige Autokennzeichen in Deutschland sind:

520 mm x 110 mm

480 mm x 110 mm

460 mm x 110 mm

420 mm x 110 mm

400 mm x 110 mm

Die Maße fĂŒr zweizeilige Autokennzeichen in Deutschland ist:

340 mm x 200 mm

320 mm x 200 mm

300 mm x 200 mm

280 mm x 200 mm

260 mm x 200 mm

240 mm x 200 mm

Ein amtliches Kennzeichen/Nummernschild in Deutschland besteht aus zwei Teilen:

  • dem Unterscheidungszeichen aus bis zu drei Buchstaben
  • der Erkennungsnummer aus einem oder zwei Buchstaben sowie bis zu vier Ziffern

Insgesamt dĂŒrfen jedoch nur maximal 8 Zeichen verwendet werden, bei Saisonkennzeichen sowie zweizeiligen Kennzeichen jedoch nur maximal 7 Zeichen (auch in Schmalschrift). Mit unserem Konfigurator kannst du sehen, wie sich die Schrift von Schmal- zu Engschrift anpasst, nachdem du 8 Ziffern eingetippt hast: Kennzeichenkonfigurator testen.

Das Unterscheidungszeichen besteht aus einem, zwei oder drei Buchstaben. Es gibt den Verwaltungsbezirk wieder, in dem das Fahrzeug seinen regelmĂ€ĂŸigen Standort hat. Fahrzeuge der Bundes- und Landesorgane, der Bundespolizei, der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, der Bundeswehr, des Diplomatischen Corps im Inland und bevorrechtigter internationaler Organisationen (zum Beispiel NATO) verwenden ebenfalls das Unterscheidungszeichen auf ihren Fahrzeugen (Beispiel Bundeswehr: Fahrzeuge der Bundeswehr benutzen das Unterscheidungszeichen „Y“).

DarĂŒber hinaus gibt es auch spezielle Kennzeichen.

E-Kennzeichen fĂŒr Elektrofahrzeuge

Um den Kauf von Elektroautos zu fördern, haben viele örtliche Behörden Vorteile fĂŒr die Halter von Elektro-Fahrzeugen geschaffen. Zu Elektrofahrzeugen gehören:

  • Reine Batterie-Elektrofahrzeuge
  • von außen aufladbare Hybrid-Elektrofahrzeuge (Plug-In)
  • Brennstoffzellenfahrzeuge


Wechselkennzeichen („W-Kennzeichen“)

Seit Mitte 2012 können Halter von zwei Fahrzeugen diese mit nur einem Kennzeichen zulassen, solange beide Fahrzeuge der gleichen Fahrzeugklasse zugehören und die verwendete Wechselkennzeichen-GrĂ¶ĂŸe bei beiden Fahrzeugen montiert werden kann. Ein Wechselkennzeichen darf nur an einem Fahrzeug zur selben Zeit gefĂŒhrt werden. Da jedoch bei der Benutzung von Wechselkennzeichen keine Steuerersparnis gewĂ€hrt wird und auch im Bezug auf die Versicherung der Fahrzeuge keine nennenswerten finanziellen Vorteile mit sich bringt ist die Verwendung solcher Wechselkennzeichen eher selten.


Wechselkennzeichen bestehen aus einem zweiteiligen Nummernschild:

Der große linke Teil ist abnehmbar und kann zwischen den zwei auf dieses Wechselkennzeichen angemeldete Fahrzeug getauscht werden. Der rechte kleinere Teil bleibt am Fahrzeug. Die sich daraus ergebenden zwei Kennzeichen wĂ€ren in diesem Beispiel „KI-NG-1/1“ sowie „KI-NG-1/2“.

H-Kennzeichen (Oldtimer-Nummernschild)

Das H-Kennzeichen gilt fĂŒr Fahrzeuge, die Ă€lter als 30 Jahre sind und zu großen Teilen im Originalzustand bestehen. Das „H“ am ist hier nach der Erkennungsnummer rechts am Kennzeichen eingeprĂ€gt und steht fĂŒr „historisch“, und dienen der „Erhaltung des fahrzeugtechnischen Kulturguts“.

Oldtimer mit H-Kennzeichen genießen zudem gĂŒnstige Pauschalbesteuerung sowie gesonderte Versicherungsbedingungen.


Als weitere Variante des H-Kennzeichens existieren sogenannte Oldtimer-Wechselkennzeichen. Diese gelten fĂŒr ein oder mehrere Oldtimer - Fahrzeuge und sind in roter Farbe gepresst statt des ĂŒblichen schwarzen Schriftsatzes. Das Kennzeichen kann an mehreren Oldtimern verwendet werden und die Erkennungsnummer beginnt immer mit den Ziffern „07“.


HĂ€ndler-/ WerkstĂ€tten­kennzeichen

Optisch den Oldtimer-Kennzeichen sehr Ă€hnlich sehen die Wechselkennzeichen fĂŒr KFZ-Betriebe aus. Verwendet werden diese Kennzeichen von Kraftfahrzeughersteller, Kraftfahrzeugteilehersteller, KraftfahrzeugwerkstĂ€tten und KraftfahrzeughĂ€ndler (Erkennungsnummer beginnt mit „06“) sowie technische PrĂŒfstellen und anerkannten Überwachungsorganisationen zum Zweck von PrĂŒfungs-, Probe- und ÜberfĂŒhrungsfahrten ausgegeben (Erkennungsnummer beginnt mit „05“). Sie sind nicht an ein Fahrzeug gebunden.

Kennzeichen fĂŒr steuerbefreite Fahrzeuge (grĂŒne Kennzeichen)

GrĂŒne Kennzeichen sind vom Aufbau her identisch mit normalen Kennzeichen, jedoch wird der sonst schwarze Teil des Kennzeichens in der Farbe grĂŒn eingefĂ€rbt. Sie werden fĂŒr steuerbefreite Fahrzeuge eingesetzt. Zu diesen zĂ€hlen unter anderem:

  • landwirtschaftliche Fahrzeuge
  • Fahrzeuge von gemeinnĂŒtzigen oder Hilfsorganisationen
  • Schaustellerfahrzeuge
  • selbstfahrende Arbeitsmaschinen (wie zum Beispiel KrĂ€ne oder Betonpumpen)
  • AnhĂ€nger mit bestimmten Einsatzzweck (Boote, Segelflieger, Hunde, Pferde)


Saisonkennzeichen

Das Anfang 1997 eingefĂŒhrte Saisonkennzeichen findet Verwendung bei Fahrzeugen, die nicht das ganze Jahr genutzt werden, wie Beispielsweise Cabriolets, MotorrĂ€der, Wohnmobile oder Winterdienst-Fahrzeuge. Das Saisonkennzeichen kann zwischen zwei und elf Monaten eines Zwölf-Monats-Zeitraumes zugelassen werden, und beginnt und endet mit dem vollen Kalendermonat. Der GĂŒltigkeitszeitraum des Saison - Nummernschildes wird rechts von der Erkennungsnummer aufgeprĂ€gt. Die Zahl ĂŒber dem waagerechten Strich gibt den ersten Monat des GĂŒltigkeitszeitraumes an, die Zahl darunter den letzten Monat. Besonders oft wird diese Form bei Motorradkennzeichen verwendet.


Die Vorteile des Saisonkennzeichens sind, dass sowohl Kraftfahrzeugsteuer sowie VersicherungsprĂ€mien fĂŒr den Halter des Fahrzeuges nur anteilig anfallen. Saisonkennzeichen können insgesamt nur mit sieben Zeichen bedruckt werden, da die achte Stelle fĂŒr die Angabe des GĂŒltigkeitszeitraums genutzt wird.

Ausfuhrkennzeichen / Exportkennzeichen

Das Ausfuhrkennzeichen dient ÜberfĂŒhrungszwecken ins Ausland. Auf der rechten Seite wird auf rotem Grund das Ablaufdatum des in Deutschland gĂŒltigen Versicherungsschutzes eingeprĂ€gt.


Das Kennzeichen besteht aus dem Unterscheidungszeichen des Zulassungsbezirkes sowie einer Nummer aus zwei bis vier Ziffern sowie eines einzelnen Buchstabens, der die laufende Serie angibt.

Kurzzeitkennzeichen (ÜberfĂŒhrungskennzeichen)

Kurzzeitkennzeichen sind fĂŒr derzeit nicht anderweitig angemeldete Fahrzeuge gedacht, die auf öffentlichen Straßen bewegt werden mĂŒssen. Dies ist zum Beispiel der Fall bei FahrzeugĂŒberfĂŒhrungen, PrĂŒfungsfahrten sowie Probefahrten. Das Kurzzeitkennzeichen gilt maximal fĂŒnf Tage. Ähnlich wie beim Ausfuhrkennzeichen ist der letzte Tag des GĂŒltigkeitszeitraumes am rechten Rand eingeprĂ€gt, hier jedoch auf gelbem statt auf rotem Grund.


Der Aufbau des Kurzzeitkennzeichens setzt sich wiefolgt zusammen: Der erste Block ist das Unterscheidungszeichen des Zulassungsbezirkes, gefolgt von einer bis zu fĂŒnfstelligen Ziffernfolge, die immer mit „04“ beginnt.

Diplomatenkennzeichen

Fahrzeuge die auf das diplomatische Corps zugelassen sind, beginnen mit der Ziffer „0“ fĂŒr Botschafter und gleichgestellte Personen oder dem Unterscheidungszeichen des Zulassungsbezirkes fĂŒr sonstiges Botschafterpersonal und Konsulate. Der zweite Block besteht aus dem LĂ€ndercode des Herkunftslandes sowie einer ein- bis dreistelligen Zahl, wobei kleinere Zahlen hĂ€ufig einen höheren Rang des Fahrzeughalters widerspiegeln als höhere Zahlen.


Die LÀndercodes die auf diplomatischen Kennzeichen Verwendung finden können mit folgender Liste abgeglichen werden:

Liste der Codes der Staaten (Wikipedia)