MPU Fragen: 5 Facts zum MPU Test
Von: Michael Schmid
02.09.2018

MPU Fragen: 5 Facts zum MPU Test

Dem Thema MPU Fragen widmet sich der Kennzeichen King heute höchstpersönlich. Dieser Blogbeitrag dreht sich rund um die medizinisch-psychologische Untersuchung. Und dabei wird mit Expertise nicht gegeizt, denn der König selbst beantwortet die diese Fragen: MPU – was ist das? Welche Fragestellungen beinhaltet der sogenannte „Idiotentest“ und wie ist der Test aufgebaut?

Das Wichtigste rund um MPU Fragen in aller Kürze:
  • Aufbau: Fragebögen, Arztuntersuchung, Leistungstest, Psychologengespräch
  • Testfragen müssen gut vorbereitet werden
  • Antworten müssen auf die individuelle Situation ausgelegt werden

Übersicht:

Fact 1: Was ist die MPU überhaupt?

Die medizinisch-psychologische Untersuchung – kurz MPU – wird entsprechend § 2 Absatz 8 des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) von der Führerscheinstelle anberaumt, wenn die Fahrtauglichkeit einer Person infrage gestellt wird. Meistens geschieht das, wenn ein Verkehrsdelikt vorliegt. Wird die Fahrtauglichkeitsuntersuchung gefordert, so dürfen Betroffene erst einmal nicht mehr fahren, bis sie nachgewiesen haben, dass sie fähig sind, am Straßenverkehr wieder selbst aktiv hinter dem Steuer teilzunehmen.

Mögliche Gründe für die Anordnung einer solchen Tauglichkeitsuntersuchung sind die folgenden:

  • Verkehrsdelikte wie Raserei
  • Fahren unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen
  • Zu viele Punkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg

Durchführen dürfen diese umfangreiche Fahrtauglichkeitsuntersuchung nur von der Bundesanstalt für Straßenwesen akkreditierte Gutachterstellen, wie TÜV, Dekra oder AVUS. Eine Übersicht über die Stellen, die ein anerkanntes Gutachten erstellen dürfen, findest du online.

Fact 2: Wie läuft eine MPU ab?

Der Untersuchungstag selbst – ohne die Vorbereitungszeit und die Sperrfrist – ist innerhalb von zwei bis vier Stunden durchlaufen. Wann die Fahrtauglichkeitsuntersuchung stattfinden kann, orientiert sich an der Sperrzeit. Je nachdem, ob ein Drogen- oder Alkoholmissbrauch vorlag, muss der Fahrer zunächst nachweisen, dass er abstinent war. Ein Abstinenznachweis erfolgt meistens mittels einer Haaranalyse bzw. einer Haarprobe, welche auch Cut-off-Analyse genannt wird. War der Nachweis über die Abstinenz erfolgreich, werden Betroffene zur finalen Tauglichkeitsuntersuchung zugelassen, die im besten Falle in einem positiven Gutachten mündet.

Der medizinisch-psychologische Untersuchung selbst lässt sich in vier Teile gliedern:

Fragebögen

Zunächst liegen Fragebögen zum Ausfüllen bereit: In diesen werden Angaben zum Lebenslauf bzw. zur Gesundheit und zu Erkrankungen gemacht. Je nachdem was der Grund für die Untersuchungsanordnung ist, gibt es noch Fragebögen mit Untersuchungsanlass zu den Schwerpunkten Trunkenheitsfahrt (ab 1,1 Promille gilt die Fahruntüchtigkeit) und Fahrt mit Drogeneinfluss.

Leistungstests

Die verschiedenen Leistungstests finden an einem Computer statt. Abgeprüft werden alle Leistungen, die für das Führen eines Fahrzeugs notwendig sind: Dazu gehört nicht nur die Wahrnehmung, sondern auch die Konzentration und die Reaktion. Achtung: Vor allem der Reaktionstest ist als Stresstest ausgelegt, bei dem es gar nicht möglich ist, wirklich zu 100 Prozent alles richtig zu machen. Hier gilt es vor allem, die Ruhe zu bewahren und routinemäßig so gut es geht die Aufgaben zu bewältigen.

Arztuntersuchung

Der medizinische Part prüft ab, ob eine Person vollständig gesund ist und somit fähig, ein Fahrzeug im Straßenverkehr zu bewegen. Geprüft werden Herz-Kreislauf-System, Nerven, Reflexe und Co. Danach geht es an die anlassspezifische Arztuntersuchung: Es werden entweder alkohol- oder drogenspezifische Befunde überprüft und Laborwerte ausgewertet. Hier steht die Abstinenz im Vordergrund.

Verkehrspsychologisches Gespräch

Den wichtigsten Teil der gesamten Fahrtauglichkeitsuntersuchung nimmt das Psychologengespräch ein. Hierbei soll herausgefunden werden, ob sich Betroffene ihres Vergehens bewusst sind und daraus gelernt haben. Gerade auf den vierten Teil – die Unterredung mit dem Psychologen – kann man sich gut vorbereiten und Fragen bereits vorab durchgehen und Antworten einüben.

Fact 3: MPU Fragen und Antworten im Vorbereitungskurs

Um die Fahrerlaubnis wiederzuerlangen, ist die Einschätzung, die der Gutachter in der persönlichen Unterredung bekommt, besonders wichtig. Ziel ist es, in dieser psychologischen Unterredung die Erfahrungen, die eigenen Verhaltensänderungen, Vorsätze für die Zukunft und Wege, um Auffälligkeiten im Verkehr zu vermeiden, darzulegen.

Wer schon bald wieder selbst fahren will, sollte sich in jedem Fall eingehend vorbereiten und mögliche MPU-Fragen genauer in den Blick nehmen. Wie du im Blogbeitrag MPU Vorbereitung: Verkehrspsychologe überzeugen - so gehts nachlesen kannst, gibt es verschiedene Vorbereitungsmöglichkeiten:

  • Seminar oder Vorbereitungskurs
  • Eingehende eigene Testvorbereitung
  • Online-Seminare

Viele Betroffene schildern, dass gerade die kostenpflichtigen Vorbereitungskurse sehr viel gebracht haben. Denn: In den Sitzungen werden MPU-Fragen und entsprechende Antworten immer wieder eingeübt und variiert durchgesprochen. Es geht hierbei weniger darum, das Ganze auswendig zu lernen, sondern eher darum, alle Eventualitäten abzudecken.

Das weiß der Kennzeichen King : In der Vorbereitungsphase und natürlich auch während der Fahrtauglichkeitsuntersuchung selbst, ist die Wahrheit Pflicht. Der Verkehrspsychologe stellt gezielte Fragen und spätestens durch fachkundige Fragetechniken kommt heraus, ob das Gegenüber wahrheitsgemäß antwortet und sich tatsächlich intensiv mit dem Vergehen auseinandergesetzt hat bzw. sein Verhalten langfristig ändern wird.

Fact 4: MPU Testfragen selbst vorbereiten

Es ist gar nicht so einfach, direkt beim ersten Versuch durch die Fahrtauglichkeitsuntersuchung zu kommen, was auch die hohe Durchfallquote beweist. Ratsam ist es deshalb, sich eingangs mit dem eigenen Verhalten auseinanderzusetzen. Viele Stellen empfehlen, vorab eine zeitliche Auflistung des bzw. der Vergehen zu machen und sich bereits selbst über mögliche Gründe für eine Fahrt unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen Gedanken zu machen. Wichtig ist auch, sich vor Augen zu führen, weshalb mit dem Konsum von Alkohol oder Drogen begonnen wurde oder was die Initialzündung für Raserei oder andere Verkehrsdelikte war. Weitere Testfragen und Tipps für die Antworten findest du nachfolgend:

  • Wie viele Kilometer sind Sie mit Ihrem Auto gefahren? Seit wann haben Sie den Führerschein?

Ziel solcher Fragen ist es, zu prüfen, ob die Betroffenen gut vorbereitet sind. Wer hier zu lax antwortet und keine genaue Ziffer bzw. kein präzises Datum nennen kann, gilt als unvorbereitet. Das lässt den Gutachter darauf schließen, dass die Fahrtauglichkeitsuntersuchung als nicht relevant wahrgenommen wurde – was ein großes Manko ist.

  • Wie wichtig ist der Führerschein für Sie?

Hier gilt es, eine ausgewogene Antwort zu geben. Die Fahrerlaubnis ist in jedem Fall wichtig, denn sonst würde niemand die Fahrtauglichkeitsuntersuchung machen. Dennoch müssen Betroffene klar und deutlich herausstellen, dass sie nicht alles dafür tun, um den Führerschein wieder zu bekommen. Das könnte implizieren, dass sie im Gespräch auch Unwahrheiten verlauten lassen.

  • Warum sind Sie unter Alkohol- oder Drogeneinfluss gefahren/weshalb haben Sie ein Verkehrsdelikt begangen?

Durch solche Fragen zielen Psychologen darauf ab, zu erkennen, ob sich die Betroffenen von ihrem früheren Verhalten distanzieren. Wer hier darauf antwortet, die Risiken aufgrund von Rücksichtslosigkeit billigend in Kauf genommen zu haben, lässt einiges erkennen: Zum einen hat eine Reflexion über das Geschehene stattgefunden, zum anderen ist eine Distanzierung erfolgt. Kurzum: Es gibt ein Problembewusstsein, was besonders wichtig ist.

  • Welche Vorsätze haben Sie für die Zukunft?

In dieser Frage steckt eine ganze Menge: Der Verkehrspsychologe will herausfinden, ob eine Verhaltensänderung eingetreten ist. Wissen Betroffene, was sie falsch gemacht haben und wenn ja, was wollen sie künftig anders machen? Mögliche Bewältigungsstrategien für erneute risikoreiche Situationen und Beispiele sind besonders geeignet, um den Fachmann oder die Fachfrau zu überzeugen.

Fact 5: MPU Test: Kosten im Blick

Im Blogbeitrag MPU Kosten: Haaranalyse, Vorbereitung & Drogentest hat der Kennzeichen King – abseits von Nummernschildern – erklärt, welche Kosten in etwa anstehen, wenn eine Fahrtauglichkeitsuntersuchung abgelegt werden muss. Bei einem Drogenvergehen kann das Ganze inklusive Haarproben schon in den dreistelligen Bereich gehen. Klar ist da, dass nicht jeder auch noch eine Menge Geld für einen Probetest ausgeben möchte. Wer nicht möchte, dass die Kosten unbegrenzt in die Höhe schießen, kann verschiedene Möglichkeiten der Untersuchungsvorbereitung wahrnehmen – es muss nicht immer gleich das private Coaching sein:

  • Bücher und Testtrainer : In zahlreichen Büchern finden sich Erklärungen sowie Testfragen mit ausgiebigen Antwortschemata. Hier geht es weniger darum, etwas auswendig zu lernen, denn zu verstehen, welche Antwortarten gewünscht sind. Die Preise für solche Bücher liegen zwischen 50 und 90 €.
  • Online-Trainer : Wie bei der Führerscheinprüfung gibt es mittlerweile auch Vorbereitungsangebote auf Internetbasis. Auch diese sind nicht allzu teuer und helfen, sich adäquat vorzubereiten.

Generell gilt: Da die Fahrtauglichkeitsuntersuchung nicht gerade billig ist, ist eine umfassende Vorbereitung wichtig. Hier lohnt es sich, den einen oder anderen Euro nicht doppelt umzudrehen, sondern etwas Geld zu investieren, um möglichst beim ersten Versuch zu bestehen.

Diskutiere mit: Musstest du die Tauglichkeitsuntersuchung absolvieren – wenn ja, welche Fragen bekamst du gestellt?


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