Wechselkennzeichen: Kosten und allgemeine Infos
Von: Michael Schmid
11.07.2018

Wechselkennzeichen: Kosten und allgemeine Infos

Der Kennzeichen King hat sich für dich höchstpersönlich dem Thema Wechselkennzeichen angenommen. In diesem Artikel erfährst du alles, was du über das Wechselnummernschild schon immer wissen wolltest: Was bringt das Wechselkennzeichen? Was kostet die Anmeldung des Wechselkennzeichens? Und für welche Fahrzeuge ist das austauschbare Nummernschild nutzbar? Lies einfach weiter und verlass dich auf die königliche Expertise – so bleiben keine Fragen mehr offen!

Das Wichtigste rund Wechselkennzeichen in aller Kürze:
  • Wechselkennzeichen für Auto, Anhänger, Motorrad, Wohnmobil
  • Nur in der gleichen Fahrzeugklasse verwendbar
  • Einführung: 1. Juli 2012
  • Kosten: etwa 105 € (Verwaltungsgebühr)
  • Vorteil: keine Steuerersparnis, aber evtl. günstigere Versicherung

Übersicht:

Wechselkennzeichen: Ein Kennzeichen für zwei Autos

Was ist ein Wechselkennzeichen überhaupt? Nun: Das Kfz-Kennzeichen macht seinem Namen alle Ehre, denn es kann an mehreren Fahrzeugen verwendet und somit gewechselt werden. Gut zu wissen ist, dass es ausschließlich möglich ist,ein Kennzeichen für zwei Autos bzw. zwei Fahrzeuge zu nutzen. Auch hierbei gibt es noch eine Einschränkung. So müssen die beiden Kraftfahrzeuge in die gleiche Fahrzeugklasse fallen. Davon stehen diese drei Klassen zur Auswahl:

  • Fahrzeugklasse M1 : Dazu gehören alle Fahrzeuge mit maximal acht Sitzplätzen, mit denen Personen befördert werden können. Der Fahrersitz wird bei der angegebenen Zahl übrigens nicht mitgerechnet.
  • Klasse L : Hierzu zählen Motorräder (Krafträder), Quads (Leichtkraftfahrzeuge mit vier Rädern) sowie vierrädrige Fahrzeuge bis 550 kg.
  • Klasse 01: In diese Fahrzeugklasse fallen alle (Auto-)Anhänger, die ein zulässiges Gesamtgewicht von 750 kg unterschreiten.

Du kannst das Wechselnummernschild also nicht für dein Auto und dein Motorrad verwenden, da die beiden nicht in die gleiche Fahrzeugklasse fallen. Ebenso wenig möglich ist eine Kombination von Autoanhänger und Quad – du siehst: so einfach ist es mit dem Wechselautoschild also nicht.

Als Beispiel diene folgende edelmännische Situation:

Jüngling Tom hat sich für die warmen Sommermonate ein schnelles, sportliches Gefährt zugelegt. Im Winter möchte er den Wagen schonen: Streusalz und Glatteis könnten der Schönheit des Wagens schnell Abbruch tun. Deshalb hat sich Tom auch ein Winterauto angeschafft. Er überlegt sich, wie er die beiden Autos zulassen soll. Da die beiden Fahrzeuge in dieselbe Fahrzeugklasse fallen, wäre ein Wechselkennzeichen durchaus denkbar. Mit dem Wechselnummernschild gehen jedoch einige Besonderheiten einher…

Das Wichtigste am Wechselkennzeichen ist folgende Auflage: Zeitgleich dürfen die beiden Kfz bzw. Pkw, für die das Wechselkennzeichen zugeteilt wurde, nicht bewegt werden. Ohne gültiges Fahrzeugkennzeichen dürfen solche Fahrzeuge auch nicht auf öffentlichen Straßen abgestellt werden. Diese Vorgabe ähnelt den Auflagen des Saisonkennzeichens, denn auch dieses darf außerhalb der Saison nicht auf amtlichen Straßen geparkt werden. Wer dagegen verstößt, muss mit einem Bußgeld von 40 € rechnen.

Wechselkennzeichen: Kosten vs. Ersparnis

Was sind denn nun eigentlich die konkreten Stärken des Wechselkennzeichens? Wer ein Autoschild für zwei verschiedene Fahrzeuge verwendet, spart sich keineswegs die Kraftfahrzeugsteuer. In unserem Nachbarland Österreich können Wechselschilder hingegen für bis zu drei Fahrzeuge verwendet werden und gehen zugleich mit einer Steuerersparnis einher – das ist in Deutschland nicht so.

Auch wenn sich der ADAC für eine Reduzierung der Steuer einsetzte, hat sich das Modell hierzulande letztendlich nicht durchgesetzt. Die Regierung bzw. der damalige Finanzminister Wolfgang Schäuble legten sich darauf fest, dass Fahrzeughalter mit einem Wechselnummernschild für beide Wagen, die mit dem Nummernschild gefahren werden, die volle Steuerlast entrichten müssen.

Mit dem Wechselkennzeichen sparen könnte unter Umständen bei der Versicherung der Fall sein – das kommt aber individuell auf die Versicherungsgesellschaft an. Der Grundgedanke ist nachvollziehbar: Dadurch, dass von zwei Fahrzeugen, die mit dem austauschbaren Nummernschild gefahren werden, immer eines steht, ist hier die Unfallgefahr geringer. Einige Versicherungen honorieren das und bieten für Fahrzeuge mit austauschbaren Schildern individuelle Tarife an. Hier solltest du in jedem Fall bei mehreren Versicherungsgesellschaften nachfragen, um dir den einen oder anderen Euro zu sparen.

Wechselkennzeichen: Vorteile – gibt es überhaupt welche?

Wie bereits angedeutet, kann das austauschbare Fahrzeugschild in Deutschland nicht mit den Vorteilen mithalten, die Fahrzeughalter in Österreich genießen können: Es gibt kein Einsparungspotenzial in Sachen Steuern und unter Umständen ist auch die Versicherung nicht günstiger. Auch die Beschränkungen, dass Wechselautonummern nur genutzt werden können, wenn die beiden Kraftfahrzeuge derselben Kraftfahrzeugklasse angehören, sind nicht unbedingt als Vorteil zu werten.

Das weiß der Kennzeichen King: Trotzdem kann es Sinn ergeben, auf ein Wechselschild umzusteigen. Besonders häufig finden die besonderen Nummernschilder bei folgenden Kombinationen Verwendung:

  • Pkw und Wohnmobil
  • Alltagsauto und Oldtimer (für Sonntagsfahrten)

Die Kombination von H-Kennzeichen und Wechselschild ist nämlich vom deutschen Staat zugelassen, womit es sich tatsächlich sparen lässt. Denn: Fahrzeuge mit Oldtimerkennzeichen erhalten Steuervergünstigungen, wie du auch im Blogbeitrag H-Kennzeichen: Alles rund um Oldtimerkennzeichen nachlesen kannst.

Nicht kombinierbar ist das Wechselnummernschild mit Roten Schildern, mit Ausfuhrkennzeichen, mit Kurzzeitkennzeichen und mit Saisonkennzeichen. Apropos, saisonale Nummernschilder: Unter Umständen kann es sinnvoller sein, auf diese Kennzeichenvariante umzusteigen, denn hier gibt es wirkliche eine Steuerersparnis. In den Monaten außerhalb der Saison, in welchen Fahrzeuge mit Saisonschildern still liegen, fällt für sie keine Kraftfahrzeugsteuer an. Nachrechnen lohnt sich also!

Ein Kennzeichen zwei Autos: Das musst du in der Zulassungsstelle beachten

Wenn du zwei Autos, zwei Motorräder oder beispielsweise zwei Autoanhänger mit dem besonderen austauschbaren Nummernschild zulassen willst, gehst du wie gewohnt bei einer Zulassung vor. Du nimmst alle relevanten Dokumente mit in die Zulassungsstelle deines Vertrauens. Achte nur darauf, dass du jetzt alles in zweifacher Ausführung mitnehmen musst. Soll heißen: Du brauchst nicht nur eine Zulassungsbescheinigung Teil I oder II, sondern zwei Stück – für das erste Fahrzeug, das mit dem Wechselschild fahren soll und natürlich auch für das zweite.

Wie immer benötigst du natürlich auch eine elektronische Versicherungsbestätigung deiner Versicherungsgesellschaft (eVB-Nummer). Diese bekommst du normalerweise relativ schnell zugeteilt. Bei einigen Versicherungen kannst du einfach anrufen und die Nummer anfordern oder du schreibst eine E-Mail. Auch hier gilt: Denke an die zweite Ausführung!

Auf einen Blick: Diese gültigen Unterlagen sind ein Muss in der Zulassungsstelle
  • Ausweispapiere (Personalausweis oder Reisepass, ggf. mit Meldebestätigung)
  • HU-Nachweis für beide Wagen
  • eVB-Nummer für beide Kfz
  • Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) oder Teil II (Fahrzeugbrief) für beide Fahrzeuge

Wenn du die Fahrzeugzulassung für jemand anders abwickeln möchtest, brauchst du eine Vollmacht sowie eine Kopie des Ausweises. In Sachen Zulassung unterscheiden sich die austauschbaren Nummernschilder kein bisschen von anderen Fahrzeugkennzeichen. Worin die Wechselschilder allerdings maßgeblich abweichen, ist die Optik.

Doppelkennzeichen für Kfz: So sehen sie aus

Interessant ist, dass ein Wechselschild aus mehreren Bestandteilen besteht. Wenn du die Wechselkennzeichen beantragst, erhältst du insgesamt drei einzelne Schilder pro Fahrzeugkennzeichen:

  • Fester Teil 1 : Dieses Stück des Nummernschildes wird am ersten Fahrzeug angebracht und bleibt auch dort. Es ist ein besonders schmaler Streifen, der mit der 1 für den ersten Wagen sowie mit der HU-Plakette ausgestattet ist. Unterhalb dieser befindet sich noch einmal die Autonummer im Miniformat.
  • Fester Teil 2 : Dieses Stück gleicht dem eben beschriebenen Teil. Auf ihm prangt eine große 2 für das zweite Kraftfahrzeug. Wie gehabt, bleibt es am Fahrzeug befestigt und ist mit der HU-Plakette ausgestattet.
  • Mobiler Part : Hierbei handelt es sich um den breiteren Teil des Kennzeichens, der immer an dem Fahrzeug angebracht werden muss, das gerade bewegt wird. Es gleicht den herkömmlichen amtlichen Autoschildern.

Der mobile Part des Kennzeichens erinnert in Sachen Optik an ganz normale Nummernschilder. Es ist mit einem blauen Euro-Feld versehen, das von den bekannten Sternen und dem „D“ für Deutschland geprägt wird. Danach folgen die Stadt- bzw. Landkreiskennung sowie eine Buchstaben- und Zahlenkombination. Hier kannst du übrigens ein Wunschkennzeichen aufprägen lassen. Eine Besonderheit weist das Wechselschild jedoch auf: Direkt über der Stempelplakette der Zulassungsstelle befindet sich derBuchstabe „W“ – der auf Wechselkennzeichen hinweist.

Diskutiere mit: Was hältst du von Wechselschildern und hast du vielleicht selbst welche? Wenn ja, kannst du sie weiterempfehlen?


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