Führerschein BE: Anhängerführerschein Klasse BE
Von: Khoi Doan
21.10.2018

Führerschein BE: Anhängerführerschein Klasse BE

Der Autoanhängerführerschein, auch BE Führerschein genannt, ist nicht automatisch in der Autofahrerlaubnis enthalten. In diesem Blogbeitrag liest du die wichtigsten Facts rund um die Anhängerfahrerlaubnis. Ganze abseits von Nummernschildern widmet sich der Kennzeichen King höchstpersönlich dem Thema und sagt dir, welche Kosten und welcher Aufwand auf dich zukommen, wenn du dich dafür entscheidest, die Prüfung der Führerscheinklasse BE abzulegen.

Das Wichtigste rund um die Klasse BE in aller Kürze:
  • Führerscheinklasse BE für Fahrzeugkombinationen
  • Kombination aus Pkw und einem Anhänger oder Sattelanhänger
  • Vorgabe: Zulässiges Gesamtgewicht des Anhängers darf 3500 kg nicht übersteigen
  • Gesamtkosten: Rund 500 bis 700 €

Übersicht:

Anhänger Führerschein überhaupt notwendig?

Wer des Öfteren Dinge transportieren muss, die nicht etwa in das eigene Auto passen, muss mitunter darüber nachdenken, eine weitere Fahrerlaubnis zu erwerben. Denn: In Deutschland sind größere Anhänger nicht automatisch in der Führerscheinklasse B eingeschlossen, wie du auch im Blogbeitrag Führerschein Klasse B: Was darf ich fahren? nachlesen kannst. Anders ist das beim alten Führerschein Klasse 3 , der bis 1999 erteilt wurde.

Mit dem aktuellen Autoführerschein darfst du nur solche Autoanhänger fahren, deren zulässiges Gesamtgewicht 750 kg nicht übersteigt. Eingeschlossen sind in dieser Klasse ebenfalls Autoanhänger mit einer Gesamtmasse von mehr als dem genannten Gewicht, allerdings darf dann die Kombination aus Auto und Autoanhänger das Maximalgewicht von 3500 kg nicht übersteigen. Wenn du also nur hin und wieder einen Anhänger – beispielsweise solche, die man beim Baumarkt ausleihen kann – bewegst, sollte der B-Führerschein für dich ausreichend sein.

In einigen Fällen muss man aber regelmäßig größere Autoanhänger mit einem höheren Gesamtgewicht bewegen, beispielsweise ist das bei Reitsportlern oder Landwirten oft der Fall. Manchmal ist der Hängerführerschein auch aus beruflichen Gründen ein Muss. Auch Camper, die ihren Caravan fahren möchten, müssen über eine gesonderte Anhängerfahrerlaubnis nachdenken. Hierbei kann zwischen drei möglichen Lösungen unterschieden werden, die du im folgenden Absatz in praktischer Tabellenform findest. Ausführlich nachlesen kannst du alles in der Fahrerlaubnis-Verordnung § 6 Einteilung der Fahrerlaubnisklassen.

Anhängerklauseln der Pkw-Führerscheinklassen im Überblick

Die nachfolgende Tabelle zeigt dir noch einmal auf einen Blick zusammengefasst, welche Hänger mit welcher Fahrerlaubnis bewegt werden dürfen. Allen drei Klassen ist gemein, dass das Zugfahrzeug immer ein Fahrzeug der Klasse B sein muss. Logisch: Hierbei handelt es sich um Pkw-Anhänger.

Fahrerlaubnisklasse

Was darf ich fahren?

Gesamtzuggewicht

Mindestalter & Bedingung

B

Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von maximal 750 kg,

Hänger über 750 kg, wenn die zulässige Gesamtmasse der Kombination 3,5 t nicht übersteigt

3,5 Tonnen (t)

18 Jahre bzw. 17 Jahre beim Begleiteten Fahren ab 17

B96

Fahrzeugkombinationen: Zugfahrzeug Klasse B und Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse des Anhängers von mehr als 750 kg und zulässiger Gesamtmasse der Fahrzeugkombination von mehr als 3.500 kg und nicht mehr als 4.250 kg

4,25 t

18 Jahre, Vorbesitz Klasse B notwendig

BE

Fahrzeugkombinationen: Zugfahrzeug Klasse B und Anhänger oder Sattelanhänger, sofern das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers oder Sattelanhängers 3,5 Tonnen nicht übersteigt

ansonsten: C1E notwendig

7 t

18 Jahre, Vorbesitz Fahrerlaubnisklasse B notwendig

Führerschein BE: Kosten und Wissenswertes

Ihren Ursprung fanden die neuen Anhängerführerscheinklassen im Jahr 1999, als Deutschland die EU-weiten Führerscheinrichtlinien in deutsches Recht umwandelte. Mit dieser Änderung verschwanden nicht nur die alten Fahrerlaubnisklassen – wie die Fahrerlaubnisklasse 3 – von der Bildfläche. Es gingen auch weitreichende Änderungen hinsichtlich des Führens von Gespannen einher. Somit waren die Klassen jetzt europaweit vergleichbar, dennoch mussten für das Führen von Anhängern jetzt separate Führerscheinprüfungen abgelegt werden.

Was kostet der Anhängerführerschein eigentlich?

So viel vorneweg: Die Kosten haben nichts damit zu tun, für welche Prüfungsvariante du dich entscheidest. Egal, ob du BE zeitgleich oder mit zeitlichem Abstand absolvierst, fallen immer separate Prüfgebühren an.

Generell hast du also diese beiden Möglichkeiten zur Auswahl:

1. Erwerb nachdem du den B-Führerschein gemacht hast

2. Erwerb parallel zum Autoführerschein

Wenn du dich dazu entscheidest, den Hängerführerschein parallel mit der B-Fahrerlaubnis zu erwerben, profitierst du von einem Zeitgewinn. Denn: Für die Klasse BE ist keine Theorieprüfung notwendig und du kannst beide Anträge bei der zuständigen Führerscheinstelle parallel stellen. Wichtig: Die praktische BE-Prüfung kannst du erst ablegen, wenn du den Autoführerschein bestanden hast.

Anhängerführerschein: Kosten im Blick?

Wie oben bereits erwähnt, darfst du dich freuen: Bei der Klasse BE entfällt der gesamte Theorieunterricht in der Fahrschule sowie die abschließende theoretische Prüfung. Das heißt, dass du hier nicht nur bares Geld sparen kannst, sondern natürlich auch Zeit.

Fahrschule: Diese Praxisstunden fallen an

Dennoch gilt es, wertvolle Praxiserfahrung zu sammeln, denn das Fahren mit einem Anhänger unterscheidet sich deutlich vom Steuern eines reinen Pkw. Wie viele Fahrstunden du nehmen solltest, hängt von deinen Skills ab – letztendlich entscheidet der Fahrlehrer bzw. gibt der Fahrlehrer eine Empfehlung ab, ob du noch mehr Fahrpraxis sammeln musst, bevor du zur abschließenden Prüfung zugelassen wirst.

Die Fahrstunden unterscheiden sich wie bei anderen Führerscheinklassen auch in sogenannte Übungsstunden, die im Stadtverkehr und dem Übungsplatz stattfinden, und Sonderfahrten. Die Mindestanzahl der Sonderstunden, die mit Pkw und Hänger absolviert werden müssen, ist gesetzliche verankert:

· Überlandfahrten: mindestens 3 Stunden

· Autobahnfahrt: mindestens 1 Stunde

· Nachtfahrt: mindestens 1 Stunde

Gut zu wissen: Wie in der Schule dauern Fahrtstunden nicht 60 Minuten, sondern lediglich 45 Minuten.

Regionale Preisunterschiede bei der Fahrschule

Was das Preisfenster anbelangt, lassen sich ebenfalls wieder Parallelen zu anderen Führerscheinen ziehen. Die Kosten für den Führerschein variieren, je nachdem wo du wohnst und wie viel Übung du unter Aufsicht deines Fahrlehrers benötigst. Im Großen und Ganzen solltest du mit einer Summe zwischen 400 und 600 € rechnen. Das orientiert sich ein wenig an den Lebenshaltungskosten und dem Preisniveau deiner Region. In dünn besiedelten ländlichen Gebieten sind die Fahrschulkosten geringer als beispielsweise mitten in München, wo einfach alles teurer ist.

Vergiss nicht, dass du nicht nur deinen Fahrunterricht bezahlen musst, sondern auch die Prüfgebühren. Diese sind nicht für die Fahrschule vorgesehen, sondern für das Prüfinstitut, das deine Fahrprüfung abnimmt. Auch hier kommen nochmals 60 bis 100 € auf dich zu. Bestehst du die Fahrprüfung übrigens nicht, musst du die Prüfgebühren nochmals entrichten. Deshalb gilt: Lieber gleich beim ersten Versuch bestehen!

Diskutiere mit: Hast du die Hängerfahrerlaubnis BE gemacht und wenn ja – wofür benötigst du sie?



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