Lkw Führerschein: Der Führerschein CE im Detail
Von: Khoi Doan
10.11.2018

Lkw Führerschein: Der Führerschein CE im Detail

Der Lkw Führerschein CE ist ein Must-have für alle Berufskraftfahrer und zahlreiche Landwirte. Warum? Weil nur mit dieser Führerscheinklasse schwere (landwirtschaftliche) Zugmaschinen und Lastkraftwagen bewegt werden können. Das E steht dabei übrigens für einen Anhänger. Na, neugierig geworden? In diesem Artikel widmet sich der Kennzeichen King höchstpersönlich dem Lkw-Führerschein: Ganz abseits von Nummernschildern erfährst du, welche Fahrzeuge du mit einem CE-Führerschein fahren darfst und was es mit Mindestalter und Gesamtgewicht auf sich hat.

Das Wichtigste rund um den Führerschein CE in aller Kürze:

· Für Lkw über 7,5 Tonnen (t) mit Anhänger über 750 Kilogramm (kg)

· Schließt folgende Führerscheinklassen ein: T, BE und C1E

· Nicht inbegriffen: D1, D1E, AM, A1, A2, A

· Mindestalter: 21 Jahre, im Ausnahmefall auch mit 18 möglich

· Verlängerung des Führerscheins alle 5 Jahre notwendig

Übersicht:

Führerschein Klasse C: Was darf ich fahren?

In der Welt der Führerscheine ist es schwierig, den Überblick zu behalten. So gibt es verschiedene Lkw-Führerscheinklassen. Das sind die Folgenden:

· C1: Fahrzeuge mit einer Gesamtmasse zwischen 3,5 t und 7,5 t

· C1E: C1-Fahrzeug in Kombination mit einem Anhänger über 750 kg

· C: Ausschließlich Fahrzeuge mit über 3,5 t Gesamtgewicht

· CE: Kombination aus Fahrzeug und Hänger über 750 Kilogramm (kg)

Du siehst also, dass die Klasse C theoretisch keinen Einschränkungen in puncto Achsenzahl und Gesamtmasse unterliegt. Wäre es in Deutschland erlaubt, könnte Fahrer, die im Besitz der C-Fahrerlaubnis sind, auch sogenannte Megaliner – also 60-Tonner – auf der Straße bewegen.

Vorausgesetzt natürlich, sie verfügen auch über die Anhängerberechtigung. Seit die Führerscheine im Rahmen der zweiten und dritten europäischen Führerscheinrichtlinie [JW1] europaweit angeglichen wurden, gibt es eine separate Anhängerkennzeichnung für die einzelnen Führerscheinklassen. Erkennen kannst du die Anhängerfahrberechtigung immer am Buchstaben E.

Doch was darf man mit der Klasse C denn jetzt eigentlich fahren und welche Fahrzeuge sind tabu? Die gute Nachricht lautet: Eigentlich alles, außer einen Bus oder ein Zweirad. Das bedeutet, dass du jegliche Kraftfahrzeuge außer die der Klassen AM, A1, A2, A, D1 und D im Straßenverkehr bewegen darfst. Einschränkungen gibt es nur beim C1-Führerschein, wie dir die folgende Tabelle noch einmal anschaulich darstellt:

Klasse

C1

C

Gesundheitscheck notwendig

nur 5 Jahre gültig

Mit zulässigen Gesamtmasse von

Maximal 7,5 t

Mehr als 3,5 t ohne Begrenzung

Mindestalter

18 Jahre

21 Jahre (18 im Ausnahmefall)

Voraussetzung

Vorbesitz Klasse B

Nicht inbegriffen

D1, D1E, AM, A1, A2, A

CE Führerschein: Der Lastwagen mit Anhänger

Wie bereits oben erwähnt, weist der Buchstabe E immer darauf hin, dass ein Fahrzeug mit einem entsprechenden Auto- oder Lkw-Anhänger bewegt werden darf. Es versteht sich von selbst, dass gerade lange Sattelauflieger oder der Lasteranhänger an einem Gliederzug nicht so einfach in der Handhabung sind. Aus diesem Grund schreibt der Gesetzgeber auch vor, dass Pflichtstunden für die Anhängerklasse abgeleistet werden müssen:

· Überlandfahrt: 5 Stunden

· Autobahnfahrt: 2 Stunden

· Nachtfahrt: 3 Stunden

Die gleiche Anzahl an Fahrstunden ist bereits für den reinen Lkw-Schein ohne zusätzlichen Sattelanhänger oder dergleichen Pflicht. Das bedeutet, dass du in Summe mindestens 20 Fahrstunden für die Sonderfahrten ableisten musst. Nicht darin enthalten sind die Übungsstunden im Stadtverkehr und auf dem Übungsplatz, die notwendig sind, um beispielsweise die vorgegebenen Park- oder Rückwärtsfahr-Manöver in der praktischen Prüfung erfolgreich meistern zu können.

CE-Führerschein: Kosten als kleiner Exkurs

Für einen Lastwagenführerschein kannst du also gut und gerne 35 Übungsstunden einplanen, für die jeweils etwa 60 € Kosten anfallen. Je nachdem, wie die Preisgestaltung der Fahrschule ist, gibt es hier einige Abweichungen. Was du letztlich für einen Lkw-Schein zahlen musst, hängt auch davon ab, wie viele Übungsstunde du brauchst, um gut vorbereitet in die Fahrprüfung gehen zu können.

Für Lehrmaterial und sonstige Fahrschulaufwendungen solltest du außerdem rund 300 bis 400 € einplanen. Nicht zu vergessen sind auch die anfallenden Aufwendungen für ärztliche Untersuchungen, Sehtest und so weiter. In Summe kommst du auf mindestens 3.000, eher 4.000 €. Eine ausführliche Aufstellung der einzelnen Führerscheinkosten kannst du im Blogbeitrag Lkw-Führerschein: Kosten, Klassen & mehr[JW2] nachlesen. Schau doch mal rein, falls du mehr wissen möchtest!

Lkw Führerschein: Alter von Relevanz?

Ja, das Alter spielt beim Lkw-Führerschein eine wichtige Rolle. Wer das 18. Lebensjahr vollendet hat, darf mit entsprechender Fahrerlaubnis Fahrzeuge bis maximal 7,5 t (Klassen C1 und C1E) bewegen. Den „richtigen“ Lkw-Schein ohne Einschränkungen können nur all diejenigen machen, die das 21. Lebensjahr vollendet haben. Mit einigen Ausnahmen jedoch:

· Jüngere Berufskraftfahrer: Wer bereits im zarten Alter von 18 als gewerblicher Brummifahrer sein Geld verdient, darf den Schein mit Ausnahmeregelung machen.

· Landwirtschaftliche Belange: Wer den Schein für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke benötigt, kann ebenfalls nach entsprechender Genehmigung schon vor dem 21. Geburtstag einen Lastwagen fahren.

Wichtig ist jedoch: Unabhängig vom Alter kommt es auch darauf an, ob der Führerscheinanwärter schon im Vorbesitz des Autoführerscheins ist. Der B-Führerschein ist nämlich die Voraussetzung, um überhaupt den Lastwagen-Führerschein machen zu dürfen.

Voraussetzungen und Bedingungen gibt es übrigens noch weitere, wie du auch in Anlage 5 der Fahrerlaubnis-Verordnung nachlesen kannst. So müssen alle Personen, die einen Lastwagen bewegen wollen, körperlich und geistig dazu fähig sein. Ob das der Fall ist, wird an verschiedenen Nachweisen und Untersuchungen festgemacht.

Führerscheinklasse CE: Voraussetzungen und Bedingungen

Wer sich dazu entscheidet, den Lkw-Schein zu machen, muss vollkommen gesund und leistungsfähig sein. Logisch: Es erfordert jede Menge fahrerisches Können, ein solches riesiges Gefährt im Straßenverkehr zu bewegen. Körperliche Leistungsfähigkeit und eine gute Sehkraft sind ebenfalls wichtig, um einen Lastwagen sicher über die Straßen bewegen zu können. Um körperliche und geistige Gesundheit nachzuweisen, sind folgende Dinge vonnöten:

· Sehtest bzw. augenärztliches Gutachten: Hierbei handelt es sich nicht um den „herkömmlichen“ Sehtest, der auch für sämtliche andere Führerscheine notwendig ist. Die augenärztliche Untersuchung prüft nicht nur die Sehkraft, sondern auch die Beweglichkeit der Augen, räumliches Sehen und das Sichtfeld. Zudem wird geschaut, ob Führerscheinanwärter eine Rot-Grün oder eine Blau-Gelb-Schwäche haben.

· Ärztliches Gutachten: Neben der Sehkraft muss auch die gesamte körperliche Verfassung stimmen: Dazu gehören Belastbarkeit, Orientierungsleistung, Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeitsleistung und Reaktionsfähigkeit.

· Erste-Hilfe-Kurs: Eine weitere Voraussetzung für die Zulassung zur theoretischen und praktischen Fahrprüfung ist ein Erste-Hilfe-Kurs. Das ist nicht der herkömmliche Kurs, der für Auto- und Motorradführerschein genügt, sondern ein umfassenderer mit neun Einheiten à 45 Minuten.

Nur wer die genannten Zertifikate und Unterlagen erteilt bekommen hat, kann überhaupt den Antrag auf die Erteilung der Fahrerlaubnis stellen.

Führerschein C und CE sind nichts für die Ewigkeit

Mal angenommen, du hast alle Unterlagen zusammen, die Fahrschule erfolgreich absolviert und deine theoretische und praktische Prüfung bestanden: Dann ist der Lkw-Schein dein. Aber nur für die nächsten fünf Jahre. Denn die Fahrerlaubnis ist nur begrenzt und muss immer wieder verlängert werden.

Mit dieser Verlängerung geht nicht nur administrativer Einwand einher – vornehmlich wird auch geprüft, ob der Lkw-Fahrer immer noch die notwendigen körperlichen Eigenschaften erfüllt, um einen Laster sicher auf der Straße bewegen zu können. Der Fahrer muss deshalb regelmäßig zur ärztlichen und zur augenärztlichen Untersuchung.

Diskutiere mit: Hast du den Schein der Klasse C? Wie alt warst du, als du ihn gemacht hast?


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